Sie war die Muse von Roman Polański, das Model des legendären Fotografen Richard Avedon und spielte in Kultfilmen mit. Die Protagonistin unserer Geschichte: die ikonische Schauspielerin Nastassja Kinski. Mehr auf berlinski.net.
Durch Dornen zum Ruhm
Nastassja wurde 1961 in West-Berlin geboren. Ihre Eltern ließen sich 1968 scheiden, und sie blieb bei ihrer Mutter, die wenig Interesse an Mutterpflichten zeigte. In Interviews erinnerte sich Nastassja daran, dass ihre Mutter nicht arbeitete und sie in extremer Armut lebten. Die Familie wohnte in einem Wohnwagen, den sie mit dem Liebhaber der Mutter teilten. Um zu überleben, verkaufte die Mutter Habseligkeiten.
Als Teenager geriet Nastassja auf die schiefe Bahn. Sie stahl Kleidung und Lebensmittel, die sie ihrer Mutter brachte. Die Polizei erwischte sie mehrfach – auch während ihrer ersten Filmrollen. 1978 verbrachte sie drei Monate in einer Jugendhaftanstalt. Sie war eine echte Rebellin, doch ihre Mutter kümmerte sich nicht um sie.

Die Beziehung zu ihrem Vater war nicht besser. Der deutsche Schauspieler Klaus Kinski war für seine exzentrischen Rollen bekannt, oft spielte er Psychopathen. In seinen Memoiren behauptete er, eine intime Beziehung zu seiner jugendlichen Tochter gehabt zu haben. Nastassja bestritt dies vehement, gab aber zu, dass ihr Vater sich „manchmal seltsam“ verhielt. Ihre Halbschwester Pola hingegen warf ihm öffentlich vor, sie jahrelang missbraucht zu haben. Nastassja stellte sich auf die Seite ihrer Schwester. Als Klaus Kinski starb, zeigte sie keine Trauer und blieb der Beerdigung fern.
Roman Polański und der Beginn einer Karriere

Nastassja wurde früh erwachsen. Mit 15 begann sie eine Affäre mit dem skandalträchtigen Regisseur Roman Polański, der später in seinen Memoiren darüber schrieb. Sie trafen sich in München, wo Polański mit einem Freund ein „Doppel-Date“ hatte. In den folgenden Jahren sah er sie oft in Nachtclubs.
1976 stand Nastassja für eine Fotostrecke der französischen Vogue vor der Kamera. Polański, damals Gastredakteur des Magazins, erkannte in ihr die perfekte Hauptdarstellerin für sein nächstes Filmprojekt. Drei Jahre später begann der Dreh von Tess. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, lebte Kinski mehrere Monate auf einem Bauernhof in Dorset, wo sie Kühe melkte und das einfache Landleben erlernte.
Die Rolle machte sie zum Star. Sie gewann den „Golden Globe“ und wurde für den „César“ nominiert. Als Polański wegen seiner Vergangenheit unter Druck geriet, verteidigte sie ihn. Sie bestätigte, dass sie als Minderjährige eine Beziehung mit ihm hatte, bestritt jedoch jeglichen Missbrauch. Polański habe sie respektvoll behandelt, ihr Blumen geschenkt und sie ins Theater ausgeführt. „Ich liebte Roman damals und werde ihn immer lieben“, sagte sie später.
Die Filmkarriere

Nastassja debütierte in den wilden 70ern mit dem Film Falsche Bewegung. Danach hagelte es Rollenangebote. Ihr Durchbruch kam mit Abiturienten (Bambi-Preis). 1977 spielte sie in dem Horrorfilm Tochter Satans mit. Ein Jahr später drehte sie mit Marcello Mastroianni So wie du bist. Ihre erste Hauptrolle erhielt sie in Hotel „Zur blühenden Leidenschaft“.
Ihr Karrierehöhepunkt lag zwischen den späten 70er- und frühen 80er-Jahren. In vielen Filmen trat sie oben ohne auf, was sie zur Sex-Ikone machte. Nastassja gewann zahlreiche Filmpreise, doch einen Oscar erhielt sie nie.