Geboren, um zu provozieren

Nina Hagen wurde geboren, um ein Star zu sein. Ihre rebellische Seele suchte Ruhm und Anerkennung. Die Musik trat bereits in ihr Leben, als sie noch ein Schulkind war. Mehr auf berlinski.net.

Der Geschmack der Freiheit

Sie wurde 1955 in Ost-Berlin geboren. Aufgewachsen ist sie bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, beide tief in der Kunst- und Kulturszene verwurzelt. Ihre Mutter war eine bekannte Schauspielerin, ihr Stiefvater ein Dichter und Dissident. Diese Umgebung, geprägt von Kunst, Politik und revolutionären Ideen, beeinflusste Nina nachhaltig.

Schon als Kind war sie eine Rebellin. Sie galt als schwieriges Kind und wurde Ende der 1960er-Jahre aus der schulischen Jugendorganisation ausgeschlossen – nach einer aufsehenerregenden Protestaktion. Die Schule beendete sie nicht, verließ sie bereits in der zehnten Klasse. Doch eines war für Nina immer klar: Sie wollte eine berühmte Sängerin werden.

Sie begann, Songs legendärer Künstlerinnen wie Janis Joplin und Tina Turner nachzusingen. In den frühen 1970er-Jahren trat sie mit verschiedenen Bands auf. 1974 veränderte sich ihr Leben schlagartig – sie debütierte als Schauspielerin im Filmgeschäft, unterstützt von ihrer Mutter.

1976 erlebte sie ihre erste große Befreiung: Ihre Familie durfte die DDR verlassen und zog nach Westdeutschland.

Der Weg an die Chartspitze

Von diesem Moment an war Nina nur einen Schritt von der Punk-Revolution entfernt. In London, wo sie kurzzeitig lebte, sog sie die neue Musikszene auf, bewegte sich unter Aktivisten der Punkbewegung. Doch sie kehrte bald zurück und gründete ihre eigene Band – die Nina Hagen Band. Zwei Jahre später veröffentlichte sie ihr erstes Punk-Album. Es wurde ein voller Erfolg, die Band stieg in den Charts steil auf. Doch nach einer Tournee löste Nina die Gruppe auf.

Aufgrund vertraglicher Verpflichtungen kam die Band noch einmal zusammen, um das Album Unbehagen aufzunehmen. Es konnte jedoch nicht an den Erfolg des ersten Albums anknüpfen.

Ihr Leben war eine einzige Provokation. Ihre schrillen Auftritte in Talkshows, ihre Beziehung zu dem drogenabhängigen Musiker Herman Brood, gemeinsame Dreharbeiten zum Arthouse-Film Cha Cha – alles an ihr schockierte und faszinierte zugleich.

Protest gegen die Mittelmäßigkeit

Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte Nina ihr erstes Soloalbum NunSexMonkRock. Eine explosive Mischung aus Punk, Funk, Hard Rock und Oper. Ihr außergewöhnliches Gesangstalent erlaubte ihr, mit Genres zu experimentieren. Doch trotz ihrer kreativen Energie nahm ihre Popularität langsam ab. Dennoch blieben ihre Live-Auftritte ein Highlight – spektakuläre Shows mit skurrilen Frisuren und ausgefallenen Outfits.

Die Mitte der 1980er war eine Phase der Selbstfindung. Sie philosophierte über außerirdisches Leben, engagierte sich für Tierrechte und äußerte sich politisch.

Ende der Dekade kehrte sie zum Rock ’n’ Roll zurück und veröffentlichte das Album Nina Hagen. Sie zog nach Paris, wo sie sich von neuen Einflüssen inspirieren ließ. Besonders prägte sie ihre Bekanntschaft mit Jean Paul Gaultier, der ihren Punk-Stil durch eine klassischere Ästhetik ersetzte.

1992 bekam sie ihre eigene Fernsehsendung. Einige Jahre später folgte das Punk-Album Freud Euch (englische Version: Beehappy), aufgenommen mit Punk-Ikone Dee Dee Ramone.

Die Kultfigur bleibt

Später wagte sie sich sogar in die Science-Fiction-Welt und moderierte eine futuristische TV-Show. In den 2020er-Jahren blieb sie aktiv: Filmprojekte, neue Alben, gesellschaftliches Engagement.

Nina Hagen bleibt eine Ikone der Gegenkultur und ein Symbol innerer Freiheit. Ihr Einfluss spiegelt sich in der Musik und Kunst vieler Künstler wider. Sie ist ein einzigartiges Phänomen – eine Mischung aus Musik, Kunst und kompromisslosem Protest gegen die Tristesse des Alltags.

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