Love Parade – Eine Friedensbewegung unter der Ägide neuer elektronischer Tanzmusik

Dr. Motte, dessen richtiger Name Matthias Roeingh ist, war schon damals ein Berliner Raver, als dieser Musikstil noch in den Kinderschuhen steckte. Zudem war er der Initiator der Love Parade. Seine Techno-Demonstrationen fanden unter verschiedenen Mottos statt: „Frieden auf Erden“, „Wir sind eine Familie“, „Lass die Sonne in dein Herz“, „Eine Welt, eine Zukunft“ und „Das Gesetz der Liebe“. Doch später lief etwas schief. Seiner Meinung nach wurde die „Love Parade“ zur „Infowerbung“. Deshalb verließ Dr. Motte das Organisationsteam 2006, und der Name Loveparade wurde verkauft. Mehr dazu lesen Sie auf berlinski.net.

Raver der Welt, vereinigt euch

Am 1. Juli 1989 fand in Berlin die erste Love Parade statt – mit dem wohl freundlichsten Motto, das je auf politischen Demonstrationen verwendet wurde. Rund 150 Techno-Fans, die sich am 1. Juli 1989 mit dem Gründer der Love Parade trafen, zogen trotz Regen über den Kurfürstendamm. Ein großer Wagen mit drei Lautsprechern begleitete die friedliche „Weltrevolution“. Schon nach wenigen Jahren entwickelte sich daraus ein riesiges Tanz- und Musikereignis, das Millionen von Ravern zunächst auf den Kurfürstendamm lockte und später in den Berliner Tiergarten verlegt wurde, wo es Platz für lange Tanznächte bot.

Es war die Zeit, als Techno gerade erst entstand und Acid House genannt wurde. In Berlin kursierten Geschichten über Underground-Partys in Manchester und Sheffield, die von der britischen Polizei aufgelöst wurden.

„Frieden, Freude, Pfannkuchen“

Doch die Raver tanzten dennoch auf der Straße unter Ghettoblastern. Dieses Bild war faszinierend. Im Mai 1989 kam dem Ideengeber während einer solchen Party spontan der Wunsch, etwas Großes zu organisieren. Dr. Motte, bester Laune, meldete eine Demonstration für den 1. Juli 1989 im Berliner Rathaus an. Der Parade stand unter dem Motto: „Frieden, Freude, Pfannkuchen“. Das waren nicht nur Worte, sondern sie hatten eine tiefere Bedeutung. Frieden stand für Abrüstung. Freude durch Musik sollte ein Kommunikationsmittel zwischen Menschen sein, die diese Musik liebten. Und Pfannkuchen deuteten auf die kostenlose Verteilung von Lebensmitteln hin. Dr. Motte wollte etwas Gutes schaffen. Keine Demonstration gegen etwas, sondern eine Demonstration für alle Menschen auf diesem Planeten.

Oft wurde die Frage nach dem Drogenkonsum bei den Jugendlichen während der Parade und beim Musikhören gestellt. Wie entsprechende medizinische Dienste berichteten, die den Gesundheitszustand der Teilnehmer überwachten, wurden lediglich Erschöpfung und Dehydrierung festgestellt. Alle, die aus der ganzen Welt zur Love Parade kamen, um das Fest der elektronischen Tanzmusik zu feiern, erlebten Ekstase allein durch Freude und Techno.

„Liebe ist stärker“

Der jährliche Love Parade war Ausdruck des Zeitgeistes und tatsächlich eine tanzende Jugendbewegung für den Frieden unter der Ägide der neuen elektronischen Tanzmusik. Elektronische Musik wurde zu einem eigenständigen Genre, das überall zu hören war. Für viele Menschen wurde die Love Parade zum besten Tag ihres Lebens. Es war einzigartig.

Aus bestimmten Gründen verließ die Love Parade eine Zeit lang Berliner Boden. Doch 18 Jahre nach ihrem letzten Stattfinden in der Hauptstadt kehrte Rave the Planet zurück nach Berlin. Dieses Mal lief der Umzug unter dem Motto „Liebe ist stärker“. Die Teilnehmer der neuen Love Parade setzten sich für Liebe, Frieden, Freundschaft, Solidarität, Vielfalt, Respekt, Musik, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement ein. Zu den Forderungen der Organisatoren gehörten unter anderem die Anerkennung der elektronischen Musikkultur als schutzwürdiges Kulturgut, die Aufhebung des Tanzverbots und der Schutz von Kulturstätten wie Clubs. All dies fand im Sommer 2023 statt.

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