Unzählige Artikel und Erinnerungen wurden bereits über die legendäre Berlinale geschrieben. Jedes Jahr warten Filmemacher und Kinofans aus aller Welt gespannt auf das Berliner Filmfestival. Doch nicht immer bleibt es ohne Kontroversen. Mehr auf berlinski.net.
Berlin heißt die Welt willkommen

Die Berlinale ist eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt. Sie findet in der deutschen Hauptstadt statt und steht auf einer Stufe mit den Filmfestspielen in Cannes und Venedig.
Gegründet wurde das Festival 1951. Der Amerikaner Oscar Martay, ein Offizier der alliierten Streitkräfte, war für Filmangelegenheiten zuständig und hatte die Idee, ein Filmfestival in Deutschland zu etablieren – nach dem Vorbild des damals noch jungen Cannes-Festivals. Die Idee wurde begeistert aufgenommen, und so wurde die Berlinale zu einem prestigeträchtigen Event. Jedes Jahr zieht sie renommierte Regisseure, beliebte Schauspieler und talentierte Drehbuchautoren an. Hinter den Kulissen verhandeln Produzenten und Filmfirmen über neue Projekte und schließen Deals ab.
Die Bedeutung der Berlinale
Das Festival hat mehrere Funktionen. Es ist eine Plattform für kulturellen und geschäftlichen Austausch, ein Raum für Debatten über aktuelle Themen des Kinos und eine Gelegenheit, neue Filme einem breiten Publikum vorzustellen.
Manche Kritiker werfen der Berlinale vor, zu politisiert zu sein. Doch das Festival greift bewusst gesellschaftlich und politisch relevante Themen auf. Hier stehen Umweltfragen, Menschenrechte, Würde des Individuums, Geschlechtergerechtigkeit und Toleranz im Mittelpunkt.
Die höchsten Auszeichnungen der Berlinale sind der Goldene und der Silberne Bär. Die Berlinale ist ein einzigartiges kulturelles Ereignis, das jedes Jahr Tausende von Filmfans aus aller Welt anzieht. Sie ist für ein breites Publikum geöffnet, was sie von vielen anderen Festivals unterscheidet.
Die Anfänge eines Filmfestivals

Die erste Berlinale wurde mit Alfred Hitchcocks Film Rebecca eröffnet. Ehrengast war die Schauspielerin Joan Fontaine. Damit begann eine Tradition, die sich schnell zu einem der wichtigsten Ereignisse der Filmwelt entwickelte.
Seit 1952 ist der Kurfürstendamm die feste Heimat des Festivals. Schon früh durften Zuschauer in bestimmten Kategorien mitentscheiden. Doch das Publikum hatte oft eine Vorliebe für leichte Kost: Klassiker wie Akira Kurosawas Rashomon oder Jean Renoirs Der Fluss blieben ohne Auszeichnung. Später wurden diese Werke zu Meisterwerken des Weltkinos.
1953 geriet der Hollywood-Star Gary Cooper auf der Berlinale in einen Skandal. Er kritisierte in seinen Reden scharf die antikommunistische Propaganda in den USA. Doch das war nicht der einzige politische Eklat des Festivals.
Im Laufe der Jahre gewann die Berlinale an Bedeutung. Seit den frühen 1950er-Jahren besuchten sie Weltstars wie Gina Lollobrigida, Yvonne De Carlo, Jeanne Moreau, Henry Fonda, Errol Flynn, Ingmar Bergman, Michelangelo Antonioni und sogar Walt Disney.
Kino gegen Rechtspopulismus
Wie erwähnt, war der Fall Gary Cooper nicht der einzige politische Konflikt der Berlinale.
2024 unterzeichneten Hunderte Filmschaffende und Schauspieler einen offenen Brief, in dem sie sich gegen die Einladung rechtsextremer Politiker zum Festival aussprachen. Internationale Kollegen zeigten sich solidarisch. Der Grund: Die Festivalleitung hatte Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zur Eröffnung eingeladen. Diese Partei wird als nationalistisch betrachtet und steht in Verbindung mit umstrittenen politischen Strömungen.

Journalistische Recherchen ergaben 2023, dass die AfD ihre öffentlichen Auftritte mit dem russischen Geheimdienst FSB abstimmte und teilweise finanziert wurde. Zudem verbreitete sie prorussische Narrative gegen die Ukraine.
In ihrem offenen Brief argumentierten die Filmschaffenden, dass die AfD Ideologien vertrete, die den demokratischen Werten der Berlinale widersprächen. Das Festivalmanagement reagierte umgehend und erklärte, die AfD-Vertreter würden über die Werte und Regeln des Festivals informiert.
Parallel dazu erlebte Deutschland 2024 landesweite Proteste gegen die AfD, die Hunderttausende auf die Straßen brachten.
Doch die Berlinale 2024 ließ sich davon nicht beirren.
Glanz und Auszeichnungen
Das Festival verlief traditionsgemäß glanzvoll und mit internationaler Starbesetzung. Zu den Preisträgern zählten Emily Watson, Oksana Karpovych, Martin Scorsese, Isabelle Huppert, Matthias Glasner, Nelson Carlo de los Santos Arias, Sebastian Stan und viele weitere.

Die Auszeichnung von Filmschaffenden aus aller Welt unterstreicht die künstlerische Vielfalt der Berlinale. Trotz politischer Spannungen bleibt das Festival seinem Kern treu: Es ehrt die Besten und Talentiertesten der Branche.
Und die Politik? Die muss manchmal warten.