Lissy Arna wurde am 20. Dezember 1900 als Lisbeth Helene Erna Arndt in Berlin geboren. Die Tochter des Ledermeisters Max Arndt und seiner Frau Bertha arbeitete nach der Grundschule zunächst für einen Immobilienmakler und besuchte anschließend die Handelsschule in ihrer Heimatstadt. Dann wurde sie unerwartet zum Film eingeladen. Mehr über das kreative Leben der gebürtigen Berlinerin erfahren Sie auf berlinski.net.
Der Beginn ihrer Karriere

Laut der Schauspielerin kam in einer örtlichen Konditorei ein Herr auf sie zu und fragte, ob sie frei sei. Daraufhin schüttelte sie stolz den Kopf. Der Herr verstand dies als Zustimmung und engagierte Lissy für einen Film.
Nach einigen weiteren Rollen in den Jahren 1919–1920 spielte sie die „liebenswerte“ Hauptfigur in einigen humoristischen Einaktern. Dazu gehörten „Lissy, der Spatzenschreck“, „Lissys Abend“, „Lissy Flimmerkur“ und „Otchen macht alles“ von Rudi Bach.
Lissy Arnas Ehe mit dem Regisseur Hanns Schwarz, die 1920 registriert wurde, endete bereits nach zwei Jahren in Scheidung. Danach konzentrierte sich die aufstrebende Schauspielerin auf ihre Arbeit im Film. Ihre erste bedeutende Hauptrolle erhielt sie in Harry Piels Film „Nächtliche Abenteuer“, in dem sie eine pikante Dame mit temperamentvollem Auftreten spielte.
Der Typus der „femme fatale“

Nach einem zweijährigen Aufenthalt in New York folgte eine Reihe von Produktionen in unterschiedlichsten Genres. Arna trat in Komödien und Krimis sowie in Melodramen und Volksstücken jener Zeit auf. Dank ihrer exotischen Ausstrahlung wurde sie überwiegend als Prostituierte, leichtlebiges Mädchen oder Straßenmädchen besetzt. In dieser Zeit spielte Lissy meist verführerische Halbweltdamen und verkörperte den Typus der „femme fatale“. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten aus dieser Zeit war die Rolle der Dienstmagd Regina, Tochter des Sargmachers Heckelberg, in einer Verfilmung von Hermann Sudermanns Roman unter der Regie von Gerhard Lamprecht. Das Drama „Giftgas“, das 1929 gedreht wurde, war ihre letzte Arbeit im Stummfilm.
Lissy Arna reiste mit Wilhelm Dieterle nach Hollywood, der für die deutschsprachige Version der „First National Pictures“, einer Tochtergesellschaft von Warner Brothers, verantwortlich war.
Doch Lissy Arna kehrte bald nach Deutschland zurück und wurde Teil der Besetzung der vierten deutschsprachigen Verfilmung von Edgar Wallace’ „Der Zinker“ nach der Vorlage „The Squeaker“, in der sie die verführerische und gefährliche Lilli Trent spielte.
Die Ankunft des Tonfilms

In ihren folgenden Filmen änderte Lissy Arna ihr Image und spielte in Komödien, militärischen Anekdoten und nationalen Dramen, konnte jedoch nicht an die Erfolge des Stummfilms anknüpfen. Allerdings erhielt sie großes Lob für die Hauptrolle im Drama „Berge in Flammen“, inszeniert von Luis Trenker.
In den folgenden Produktionen musste sie sich zunehmend mit Nebenrollen begnügen. Ihre letzte Hauptrolle spielte sie in Harry Piels leichter Komödie „Der Unsichtbare geht durch die Stadt“, in der sie die Schauspielerin Lissy Verhagen verkörperte. Diese Figur wirkt fast wie eine Selbstparodie: Sie spielt eine Diva, die nur durch Bestechung Bühnenerfolg erlangt.
1937 war ein künstlerisch produktives Jahr für die Schauspielerin. Sie spielte unter anderem die Spionin Mila Ventos in dem Propagandafilm „Menschen ohne Vaterland“. Im selben Jahr verkörperte sie die Gefangene Nelly in der Adaption von „Zu neuen Ufern“. Darüber hinaus trat sie 1937 als Pandorita im Abenteuerfilm „Gelbe Flagge“ auf, der auf dem Roman von Fred Andreas basiert.
Rückzug aus der Öffentlichkeit
Im August 1939 heiratete Lissy Arna den Arzt Kleiber und zog kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs mit ihm nach Venezuela, wo er eine leitende Position übernahm. Erst nach seinem Tod Ende der 1950er Jahre kehrte sie nach Deutschland und nach Berlin zurück. Hier drehte die Schauspielerin noch einige Filme, jedoch ohne großen Erfolg.