Synagogen und Salons in Berlin im 18. und 19. Jahrhundert

Die Berliner Juden erhielten ihre erste Synagoge im Jahr 1714. Zur feierlichen Eröffnung waren sogar Vertreter der preußischen Königsfamilie anwesend. Sie befand sich in der Heidereutergasse im Marienviertel. Für die Nutzung der Synagoge musste die Gemeinde 3000 Taler an die königliche Familie zahlen. Mehr über die Geschichte der Entstehung und das Leben der jüdischen Gemeinde in Berlin lesen Sie auf berlinski.net.

Die Berliner Synagogen

1812 zählte die jüdische Gemeinde in Berlin etwa 3300 Mitglieder. Da die bisherige Synagoge der Berliner Gemeinde nicht mehr ausreichte und die Bevölkerungszahl schnell wuchs, wurde beschlossen, ein neues, größeres Gebäude zu errichten. Zum jüdischen Neujahrsfest 1866 konnte die Berliner Gemeinde die feierliche Eröffnung der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße begehen. Entworfen wurde sie von dem Architekten Eduard Knoblauch. Die Synagoge bot Platz für etwa 3200 Menschen und war somit das größte jüdische Gotteshaus in Deutschland. Der Architekt ließ sich bei der Gestaltung von der maurischen Architektur der Alhambra in Granada inspirieren. Die Kuppel mit vergoldeten Rippen erreichte eine Höhe von über 50 Metern und erlangte durch die Verwendung modernster Bautechnologien überregionale Berühmtheit.

Die Allgemeine Zeitung des Judentums schrieb am 18. September 1866 über die Einweihung, dass das neue Gotteshaus nicht nur der Stolz der jüdischen Gemeinde Berlins sei, sondern auch eine Zierde der Stadt. Es sei eines der bedeutendsten Werke moderner Architektur im maurischen Stil und eines der herausragendsten Bauprojekte Norddeutschlands der letzten Jahre.

Das prächtige, strahlende Gebäude war gefüllt mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde und geladenen Gästen. Unter diesen befanden sich Bismarck, Heidt, Graf Wrangel, Polizeipräsident Bernuth, Geheimer Rat Lüdemann sowie Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Die Galerien wurden von den Frauen der Gemeinde besetzt.

Berliner Salons

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren Berliner Salons Treffpunkte, an denen eine unkonventionelle Geselligkeit jenseits von Standes- und Religionsgrenzen praktiziert wurde. Zahlreiche Gelehrte, Philosophen und Künstler besuchten die Salons, die von jungen jüdischen Frauen wie Henriette Herz und Rahel Levin Varnhagen gegründet wurden.

Henriette Herz

Henriette Herz war die Tochter des sephardischen Arztes Benjamin de Lemos, der als Direktor des Jüdischen Krankenhauses in Berlin tätig war. Mit 15 Jahren heiratete sie den Philosophen Marcus Herz, einen Schüler Kants. In ihrem Haus versammelte sie literaturbegeisterte junge Männer und Frauen. Zu dieser Zeit war es ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Berlin. Zu den Besuchern gehörten Friedrich von Schlegel, Friedrich Schleiermacher, die Brüder Humboldt und der Schriftsteller Jean Paul. Nach dem Tod ihres Mannes reduzierte Henriette Herz ihre gesellschaftlichen Aktivitäten und widmete sich der Arbeit als Lehrerin. 1817 trat sie zum Protestantismus über. Später wurde in Berlin ein Platz nach Henriette Herz benannt.

Rahel Varnhagen von Ense

Eine weitere jüdische Frau, die zur Entstehung moderner Salons beitrug, war Rahel Varnhagen von Ense. Sie war die Tochter des jüdischen Juweliers Markus Levin. Ihr Leben widmete sie der Emanzipation der Juden und Frauen in der Gesellschaft. Zwischen 1790 und 1808 leitete sie, damals unverheiratet, einen literarischen Salon, den Persönlichkeiten wie Achim von Arnim, Clemens Brentano, Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck besuchten. 1814 heiratete sie den Schriftsteller Karl August Varnhagen von Ense und konvertierte zum Christentum.

Als Schriftstellerin wurde sie vor allem für ihre Briefe und Tagebücher bekannt. Während ihres Lebens blieb sie jedoch weitgehend unbekannt, und einige ihrer Werke wurden erst posthum veröffentlicht.

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