Wenn man auf die moderne Welt schaut, scheint sie zu zerfallen. Selbst im übertragenen Sinne. Der Punkt ist, dass die Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr geeint ist, wie sie es viele Jahre lang war. Um sie wieder zu vereinen, sicher zu machen und Antworten zur Lösung aller Probleme zu finden, können verschiedene Werkzeuge herangezogen werden. Eines der effektivsten davon ist die Kulturpolitik. An der Spitze dieser Entwicklung steht das Berliner Festival – eine wichtige Quelle der Inspiration, des künstlerischen Umfangs, des Kosmopolitismus und politischer Diskussionen. Mehr über dieses Ereignis erfahren Sie auf berlinski.net.

Über das Festival
Wie die Quelle web.archive.org berichtet, ist das Berliner Festival ein Sammelbegriff für eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen, die seit sechs Jahrzehnten jährlich in der deutschen Hauptstadt stattfinden. Hauptort des Festivals ist das Berliner Festspielhaus (dazu später mehr), aber auch andere künstlerische Räume der Stadt. Zu den bedeutenden Bestandteilen des Festivals gehören:
- MaerzMusik – ein Musikfestival,
- Theatertreffen – ein Theaterfestival,
- Berliner Musikfest,
- Jazzfest Berlin,
- Junge Bühne – eine Veranstaltung für junge Talente in den Bereichen Musik, Theater und Literatur,
- sowie eine Vielzahl anderer Ereignisse.
Die Gründung des Festivals
Das Berliner Festival wurde 1951 zusammen mit dem Internationalen Festival gegründet. Zu dieser Zeit tobte der Kalte Krieg – ein globaler Konflikt zwischen dem „Reich des Bösen“ (der UdSSR und ihren Satellitenstaaten) und der westlichen Welt. Es wurde beschlossen, kulturelle Ereignisse zu schaffen, die es Tausenden von Deutschen ermöglichen würden, den Westen als einen Ort zu sehen, an dem man leben, reisen und kreativ sein möchte. Insbesondere wurde das Festival in West-Berlin abgehalten, das unter Kontrolle der USA stand, jedoch von Territorien der DDR umgeben war.
Einige Jahre vergingen. Der Konflikt zwischen der UdSSR und den USA hielt an, weshalb beschlossen wurde, zwei Festivals zu einem einzigen zusammenzuführen, das aus unabhängigen, aber organisatorisch vereinten Veranstaltungen bestehen sollte. 1967 wurde die gemeinsame Arbeit vorbereitet, und von diesem Zeitpunkt an agierte das Festival als eine Einheit.

Die Tätigkeit des Festivals in Berlin
In den ersten Jahren konzentrierte sich das Festival darauf, das deutsche Publikum mit kulturellen Ereignissen des internationalen Lebens bekannt zu machen. Denn seit der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die NSDAP hatte sich Deutschland freiwillig isoliert. Nur die deutsche, arische Kultur wurde gefördert. Deshalb wurden die Deutschen um die Möglichkeit gebracht, Theater zu besuchen und die besten Beispiele der Weltkultur zu erleben.
Bereits 1951 kam Marcel Marceau nach Berlin, 1952 folgten George Balanchine, der Gründer des amerikanischen Balletts, der mit dem New York City Ballet und dem Théâtre National Populaire von Jean Vilar arbeitete, sowie Gérard Philipe und Jeanne Moreau. 1953 war Giorgio Strehler mit dem Piccolo Teatro di Milano zu Gast, und 1955 wurde in Berlin die Oper „Lucia di Lammermoor“ der Mailänder Scala unter der Leitung des weltberühmten Herbert von Karajan und der griechischen Sängerin Maria Callas aufgeführt.
Von Anfang an war die klassische Musik das Herzstück des Festivals. Zahlreiche Konzerte wurden organisiert, oft in Zusammenarbeit mit der Berliner Rundfunkanstalt, der Deutschen Oper Berlin, der Berliner Philharmonie und dem Theater des Westens Berlin. Zu den Gästen gehörten bekannte Dirigenten, Solisten und Orchester wie Daniel Barenboim, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Simon Rattle. Zudem traten der russisch-amerikanische Dirigent Igor Strawinsky und der ukrainisch-amerikanische Pianist Vladimir Horowitz auf.
Neue Richtungen der Festivalaktivitäten
Die Veranstaltung entwickelte sich kontinuierlich weiter. So wurde 1964 das Berliner Theatertreffen im Rahmen der Berliner Festwochen gegründet, das später eigenständig stattfand. Im gleichen Jahr wurde das erste Berliner Jazzfestival unter dem Namen „Berliner Jazztage“ ins Leben gerufen.
Ab den 1970er Jahren, während der Entspannungsphase zwischen Ost und West, begannen internationale Künstler aus Afrika (1979), Lateinamerika (1982), Südostasien (1985) und Osteuropa (1989) am Festival teilzunehmen.

Festspielhäuser für das Festival
Das Festival benötigte geeignete Veranstaltungsorte. Zunächst fanden die Veranstaltungen im Haus der Kulturen der Welt im Tiergarten und im Martin-Gropius-Bau statt. 1963 wurde das Theater der Freien Volksbühne eröffnet, entworfen von Fritz Bornemann, der auch die Amerikanische Gedenkbibliothek und die Deutsche Oper baute.
In diesem Theater konnten 1.000 Zuschauer Platz finden. Hier wurden internationale Aufführungen, Konzerte und Vorträge abgehalten.

Das Berliner Festival heute
1987 feierte das Festival das 750-jährige Jubiläum Berlins mit zahlreichen Open-Air-Aufführungen, Konzerten und kulturellen Veranstaltungen. Ende des 20. Jahrhunderts begann das Festival, sich auf zeitgenössische Musik zu konzentrieren. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts verlagerte der Leiter Joachim Sartorius diesen Schwerpunkt jedoch.
2005 wurde das Internationale Literaturfestival Berlin eingeführt.
Von 2012 bis 2021 leitete Thomas Oberender das Festival und setzte den Fokus auf digitale Kulturveränderungen, interdisziplinäre Ansätze und Performativität.
2020 und 2021 fanden viele Veranstaltungen aufgrund der COVID-19-Pandemie im digitalen Format statt.
2023 wurde der Performing Exiles Festival ins Leben gerufen, der neue und frische Impulse für das Berliner Festival brachte.