MaerzMusik in Berlin oder die Berliner Musikbiennale

„Alles vergeht, doch die Musik ist ewig“ – sagte einst eine bedeutende Persönlichkeit der Vergangenheit. Und das ist tatsächlich so, denn egal wie viele Jahre vergehen und wie viele Generationen sich abwechseln, einige Musikstücke verzaubern die Zuhörer heute genauso wie früher. Doch dies gilt für klassische Musik – was ist jedoch mit zeitgenössischer, experimenteller, Underground- oder alternativer Musik? Auch sie findet ihren Platz auf den Konzertbühnen der Welt. Eine der Möglichkeiten, wie Vertreter dieser Musikgenres sich präsentieren und ihre Werke zeigen können, sind Festivals. Eines der bekanntesten in Europa ist die Berliner Musikbiennale (seit 2002 als MaerzMusik bekannt), die seit über einem halben Jahrhundert in Berlin stattfindet. Mehr zu diesem Festival erfahren Sie auf berlinski.net.

Über den Beginn der Berliner Musikbiennale

Laut dem Portal taz.de ist die MaerzMusik heute ein Festival, das jedes Jahr im März in Berlin stattfindet. Es umfasst mehrere Veranstaltungsorte, an denen die Auftritte von Musikern stattfinden. Seinen aktuellen Namen erhielt das Festival erst im Jahr 2002. Vorher hieß es „Berliner Musikbiennale“ und zählt heute zu den wichtigsten Musikfestivals in Deutschland.

Wie entstand das Festival? Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin zwischen der UdSSR und den westlichen Alliierten geteilt. Der östliche Teil, der als Ost-Berlin bekannt war und von der UdSSR kontrolliert wurde, grenzte an den westlichen Sektor, der unter der Kontrolle der USA stand. Somit war Ost-Berlin eine Art Schaufenster des Sozialismus. Das stellte besondere Anforderungen an die Stadt, um westliche Deutsche anzuziehen und ein Beispiel zu setzen, wie lebenswert diese Stadt war. So wurden innerhalb weniger Jahre in diesem Teil Berlins mehrere Festivals ins Leben gerufen, darunter im Jahr 1967 die Berliner Musikbiennale.

Bis 1989 wurde das Festival von der Vereinigung der Komponisten und Musikwissenschaftler sowie vom Kulturministerium der DDR organisiert, also von staatlichen Institutionen. Typisch für totalitäre Staaten wie die Deutsche Demokratische Republik. Nach dem Mauerfall 1989 änderte sich zunächst wenig für das Festival – es existierte weiterhin unter dem alten Namen. Zwischen 1991 und 2001 leitete Heike Hoffmann das Festival. In dieser Zeit traten bekannte Komponisten und Musiker wie Ruth Zechlin, Siegfried Matthus, Johannes Kalitzke und viele andere auf.

Heike Hoffmann – die bedeutende Festivalleiterin

Die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts liegen noch nicht weit zurück, und viele von Ihnen erinnern sich sicherlich an die langjährige Direktorin der Berliner Musikbiennale – Heike Hoffmann. Sie war Kulturwissenschaftlerin und Theaterforscherin. Sie arbeitete für die Vereinigung der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Wiedervereinigung Deutschlands leitete sie das Festival 11 Jahre lang. Parallel dazu war sie zwischen 1994 und 2008 als künstlerische Planungsdirektorin im Konzerthaus Berlin tätig und organisierte die Konzerte des Berliner Sinfonieorchesters (ca. 300 Veranstaltungen pro Jahr).

Das Festival in den 2000er Jahren

Seit 2002 trägt das Festival den Namen „MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik“. Damals übernahm Matthias Osterwold die Leitung. Unter seiner Führung wurde entschieden, neben zeitgenössischer Musik auch Werke historischen, experimentellen und konzeptuellen Charakters zu präsentieren. Das Programm wurde um Performances, Musiktheater, virtuelle Kunst und nicht-europäische Musik erweitert.

Auf dem Festival erklang Neue Musik von John Cage, Sofia Gubaidulina und Wolfgang Rihm sowie Werke junger Komponisten wie Beat Furrer, Ryoji Ikeda und Stefan Goldmann. Dies machte das Festival äußerst erfolgreich. 2014 besuchten es 15.000 Zuschauer.

Im Jahr 2014 übernahm der Österreicher Berno Odo Polzer die Leitung. Seine Vision konzentrierte sich auf „Probleme der Zeit“ und die Verbindung von Musik und Leben.

Seit 2022 steht Camilla Metwali an der Spitze des Festivals, unterstützt vom Komponisten und Dirigenten Enno Poppe.

Stefan Goldmann und neue Trends bei MaerzMusik

Der Berliner Musiker Stefan Goldmann, Sohn des Komponisten Friedrich Goldmann, ist ein fester Bestandteil von MaerzMusik. Seine experimentellen Projekte, wie die radikale Platte „Ghost Hemiola“, und seine Installationen brachten dem Festival neue Impulse.

MaerzMusik 2024: Ein Blick in die Zukunft

2024 wird der Fokus des Festivals auf der amerikanischen Komponistin Lucia Dlugoszewski liegen, die nicht nur komponierte, sondern auch neue Instrumente entwickelte. Weitere Schwerpunkte werden Performances, Installationen und Multimodalität des Hörens sein.

Von November 2023 bis März 2024 wird MaerzMusik weiterhin junge Musiker fördern und neue Horizonte für zeitgenössische Musik eröffnen.

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