Wilhelm I. wurde der erste deutsche Kaiser. Er führte ein langes Leben, kämpfte gegen Sozialisten und das liberale Parlament, trat das Erbe des geistig incapazten Bruders an und ernannte den legendären Otto von Bismarck zum Premierminister. Doch das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte dieses Monarchen. Mehr darüber erfahren Sie auf berlinski.net.
Diplomat und Soldat

Sein ganzes Leben, bis zu seinem Tod, war mit seiner Heimatstadt Berlin (Preußen zu dieser Zeit) verbunden. Wilhelm hatte nie mit der Krone gerechnet. Er war der zweite Sohn von Friedrich Wilhelm III., dem König von Preußen, weshalb seine Bewerbung für den Thron nie ernsthaft in Betracht gezogen wurde. Daher investierte man auch nicht viel in seine Ausbildung. Schon in jungen Jahren wurde er ins Militär geschickt. Im Jahr 1814, mit 17 Jahren, kämpfte der Prinz mutig gegen die Truppen Napoleons. Wilhelm erlangte den Ruf eines tapferen Soldaten.
Obwohl er keine brillante Ausbildung hatte, war Wilhelm für seinen scharfsinnigen Verstand und seine geschäftlichen Qualitäten bekannt. Er wurde ein hervorragender Diplomat, da er nach der Niederlage Napoleons in Waterloo direkt an diplomatischen Missionen beteiligt war.
Regent
Die Jahre vergingen. Höflich, vorsichtig und politisch klug unterdrückte Wilhelm einen Aufstand gegen seinen Bruder, den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Der König war ein Konservativer. Er betrachtete das Parlament als einen Haufen von einfachen Leuten. Die Aufständischen forderten, dass die herrschenden Feudalherren und Fürsten sich nicht in bestimmte Bereiche des wirtschaftlichen und sozialen Lebens der deutschen Staaten einmischen sollten. Insbesondere ging es um die wirtschaftlichen Bereiche.
Alle politischen Konflikte und militärischen Auseinandersetzungen hatten negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Friedrich Wilhelm.

Sein Zustand verschlechterte sich 1857, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte. Der Schlaganfall war so schwer, dass seine geistige Gesundheit stark beeinträchtigt wurde. Er blieb bis zu seinem Tod geistig incapaz.
Im Jahr 1857 wurde Wilhelm zum Prinz-Regenten ernannt. Ab diesem Zeitpunkt übernahm er die Führung des Staates, da Friedrich Wilhelm IV. keine anderen Erben hatte.
Kaiser

Nach einer langen und erschöpfenden Krankheit starb Friedrich Wilhelm an einem Wintertag im Jahr 1861. Der ehemalige Prinz und Regent wurde zum König Wilhelm I. von Preußen. Als Erbe von seinem kranken Bruder und dem schwachen Vater hinterließ der neue Monarch viele Konflikte und Auseinandersetzungen. Früher hatte Wilhelm eine neutrale Haltung eingenommen. Er hatte sich nie in politische Auseinandersetzungen mit heißem Kopf eingemischt, im Gegensatz zu seinem älteren Bruder. Dennoch handelte er diplomatisch und tat, was er für richtig hielt. Wilhelm I. ernannte Otto von Bismarck zum Premierminister. Die preußische Verfassung gab dem Premierminister eine vollständige Kontrolle über den König. Der Parlament konnte in dieser Angelegenheit nichts ausrichten.
Der sogenannte „Eiserne Kanzler“ leitete de facto die Außen- und Innenpolitik. Er verstand seinen Dienst für den König als Vasall gegenüber dem Lehnsherrn.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde Wilhelm zum deutschen Kaiser ernannt. Dies geschah 1871 im französischen Versailles. Von da an wurde der Norddeutsche Bund in das Deutsche Kaiserreich umgewandelt.
Das neu geschaffene Reich war föderal strukturiert. Der Staatsoberhaupt war der Kaiser. Er war auch der Präsident der föderalen Monarchen. Tatsächlich nahm Wilhelm seinen Titel als Kaiser mit wenig Enthusiasmus an. Er wollte, dass man ihn „Kaiser von Deutschland“ nannte, nicht „deutscher Kaiser“. Aber dieser Titel verlieh ihm keine Macht über die föderalen Monarchen. Diese wurden durch die Könige von Sachsen, Württemberg und Bayern sowie die Herzöge von Hessen und Baden sowie die Senatoren von Bremen und Hamburg vertreten.
Wilhelm I. führte ein langes Leben und starb 1888 im Alter von 90 Jahren. Der nächste Kaiser wurde sein Sohn Friedrich III. Er regierte nur 99 Tage, aber das ist schon eine andere Geschichte.